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Dr. med. dent. Michael Leu.
Patientenberichte
 

"Mir hat die GDO jedenfalls sehr geholfen ..."


Frau S., G. aus dem Bundesland Brandenburg schrieb am 06. Mai 2008:


Liebes Gentle Dental Office Team,

ich habe jetzt im Alter von 45 Jahren über die GDO einen Weg aus meiner Zahnartzphobie gefunden, nachdem ich das Problem fast mein ganzes bisheriges Leben mit mir herumgeschleppt habe.
 
Ich war schon als Kind ziemlich ängstlich. Bereits das Ziehen eines Milchzahns im Kindergartenalter beim Zahnarzt war mit riesiger Angst und wahnsinnigem Geschrei verbunden. Ich glaube keiner hat damals meine Panik wirklich verstanden. In der Familie wurde diese Episode mit Belustigung weitererzählt.
 
Bereits im frühen Schulalter hatte ich schlechte Zähne im Frontbereich, wahrscheinlich auch weil diese schief standen. Jedes Jahr gab es in der Schule eine zahnärztliche Reihenuntersuchung durch den Gesundheitsdienst. Der blanke Horror für mich. Allein der Wagen, in dem die Zahnärztin auf dem Schulhof arbeitete, hat mich in Angst und Schrecken versetzt. Ich habe schon lange bevor ich dran war wie Espenlaub gebibbert.
 
Im frühen Jugendalter folgten dann sehr unangenehme und schmerzhafte Behandlungen an den vorderen Schneidezähnen. Nur mit viel Anstrengung habe ich es geschafft die Termine wahrzunehmen. Eigentlich bin ich nur gegangen, weil mir meine Mutter im Nacken saß. Irgendwann bin ich dann nicht mehr hingegangen.
 
Das mit einigen Jahren Abstand einzige und zugleich für 21 Jahre letzte Mal war ich während meiner ersten Schwangerschaft beim Zahnarzt und das auch nur, weil ich im Schwangerenausweis einen Stempel brauchte um eine finanzielle Zuwendung zu bekommen. Auf diese konnte ich als Studentin mit wenig Geld nicht verzichten. Den Rat mich unbedingt weiter behandeln zu lassen, weil einige Zähne schon sehr angegriffen waren, habe ich ignoriert. Von da an habe mein Problem massiv verdrängt und Zahnärzte konsequent gemieden.
 
Die Situation wurde natürlich kontinuierlich schlimmer, mehr und mehr Zähne gingen kaputt. Parallel dazu wurden die Scham und der psychische Druck immer größer, eine Vorstellung beim Zahnarzt hingegen wurde immer unvorstellbarer aus Scham und Angst vor Unverständnis und Vorwürfen. Oft fiel mich nachts Panik an, auf die Frage wie ich aus dem Problem rauskomme fand ich keine Antwort.
 
Meine Kinder habe ich regelmäßig zum Zahnarzt begleitet und habe so getan als sei ich woanders in Behandlung. Ich fühlte mich dabei gegenüber der Zahnärztin immer sehr unsicher, aber ich wollte, dass es ihnen nicht genauso ergeht wie mir.
 
Während ich beruflich erfolgreich war und bin, alles andere in den Griff bekam und bekomme, wurde meine diesbezügliche Unsicherheit immer größer. Alle um mich herum hatten/haben ordentliche Zähne. Ich dachte nur ich hätte diese panische Angst vor dem Zahnarzt und so ein schlechtes und kaputtes Gebiss. Ich habe mit Niemandem darüber gesprochen und bei jedem Gespräch zu diesem Thema in meinem Umfeld schnell das Thema gewechselt.
 
Den Mund habe ich schon ganz lange nicht mehr richtig aufgemacht. Jeder Besuch beim Betriebsarzt oder Hausarzt wurde zur Zitterpartei, weil ja jemand in den Hals schauen könnte. Sogar eine eigentlich notwendige Gallenblasenoperation habe ich vor mir hergeschoben, da ja bei der Narkose mein Geheimnis offenbar werden würde.
 
Trotz allem bin ich erst aktiv geworden als mir ein seitlicher Schneidezahn (den ich vor 21 Jahren dringend behandeln lassen sollte) abgebrochen ist und ich den Zustand gar nicht mehr ausgehalten habe. Über Google fand ich die Internetseite der GDO. Eine anonymisierte E-Mail war der erste Schritt. Als umgehend ein Terminangebot für den ersten Termin kam, war ich regelrecht erschrocken.
 
Dennoch war ich zu diesem Zeitpunkt bereits fest entschlossen diesen Weg auf jeden Fall zu nutzen. Obwohl ich mich eigentlich mit psychischen Störungen auskenne, wurde mir erst im Zusammenhang mit dem Phobietest klar, dass ich diese spezifische Phobie habe. Bis dahin war ich immer nur im Konflikt mit mir selbst gewesen und habe mich einfach für besonders feige gehalten, mir selbst diese negative Bewertung gegeben.
 
In der Zeit bis zum ersten Termin am 2.4.2008 kreisten meine Gedanken fast ununterbrochen nur um dieses eine Thema. Ich war furchtbar aufgeregt, aber es gab keinen Zweifel hinzugehen. Zum Glück gab es keinen einzigen kritischen Blick, kein einziges negatives bewertendes Wort. Geschämt habe ich mich auch so immer noch. Dr. Leu war wohltuend ruhig, sachlich und voll Verständnis für meine Situation.
 
Der Termin war sehr schnell vorbei und ich konnte gar nicht so schnell begreifen dass ich „es“ wirklich getan hatte. Mit Ungeduld habe ich den Kostenvoranschlag und den zweiten Termin erwartet. Es konnte mir gar nicht schnell genug gehen. Die Klärung mit der Bank hatte ich schon vorab gemacht, so dass die Finanzierung dann ganz schnell stand. Viel Geld freilich, aber mir war klar, dass ich natürlich Verantwortung für die Situation und die notwendige Behandlung mit übernehmen muss.
 
Die Zeit bis zum zweiten Termin war sehr anstrengend. Ich konnte kaum noch an etwas anderes denken, mich kaum noch auf meine Arbeit konzentrieren, war sehr aufgeregt. Die Operation fand 16 Tage später, am 18.4., in Berlin statt. Ich habe vor Angst mit den Zähnen geklappert, war aber gleichzeitig entschlossen „jetzt oder nie“. Zum Glück waren alle sehr lieb und es ging schnell los. Narkosegespräch und dann Start. Keine Zeit Angst vor der ersten Vollnarkose und dem Kontrollverlust zu haben. Mit dem Blick auf mein Röntgenbild und dem Gedanken „Oh Gott, worauf lasse ich mich hier eigentlich ein!“ war ich ganz schnell weg und habe nichts mehr mitbekommen.
 
Nach fünf Stunden Narkose war ich noch einige Zeit recht wacklig und benommen. Leider hatte ich sehr geschwollene Lippen und eingerissene Mundwinkel, was wohl selten vorkommt. Schmerzen und Schwellungen hielten sich im Rahmen, im Vergleich zu der durchgeführten Behandlung waren sie sehr gering. Nach dem zweiten Termin hatte ich ein Stimmungstief. Mit dem Provisorium kam ich nicht gut klar, das Sprechen war sehr schwierig. Essen ging nur in Breiform, Appetit hatte ich auch kaum.
 
Seelisch musste ich das Ausmaß der Veränderungen erstmal verarbeiten, so viele Zähne und Wurzelreste mussten entfernt werden. Ich war deprimiert, dass es durch meine Phobie soweit gekommen war, dass ich umfangreichen Zahnersatz brauchte. Täglich e-Mails mit Frau Herold waren mir in dieser Zeit eine wichtige Hilfe. Ungeduldig fieberte ich dem dritten Termin am 30.4. entgegen, da mir versichert worden war die Brücken würden viel besser sein als das Provisorium. Ich war wieder sehr aufgeregt, da es ja nun ohne Narkose weitergehen sollte.
 
Dass erneut ein anderer Arzt der Behandler war, fand ich anfangs nicht so gut. Dr. Steude und seine Assistentin Ramona Förderer waren so fürsorglich und bemüht, dass das aber letztlich keine Rolle spielte. Das Ziehen der Fäden war erträglich. Alles war gut verheilt. Als allerdings eine provisorische Krone eines Backenzahns partout nicht abgehen wollte, habe ich angefangen zu schwitzen. Es wurde richtig handwerklich, dann war sie endlich ab.
 
Die Brücken sehen wirklich viel besser aus. Die untere wurde allerdings erst provisorisch zementiert, da der Biss nicht sicher hinhaut, nachdem ich jahrelang eine „falsche“ Kieferstellung hatte. Deshalb muss ich einen weiteren Termin am 8.5. wahrnehmen. Obwohl ich sicher wieder aufgeregt sein werde, gibt es für mich keinen Zweifel alles zu einem guten Ende zu bringen. Jetzt übe ich sprechen und essen mit den Brücken,. Es ist alles noch ungewohnt, aber von Anfang an viel besser als mit dem Provisorium.
 
Und es wird jeden Tag ein bisschen besser. Was innerhalb weniger Wochen passiert ist, ist wirklich enorm im Vergleich zu den vielen schwierigen Jahren davor.
 
Allen, die wie ich diese Berichte lesen, weil sie auf der Suche nach einer Lösung ihres Problems sind, kann ich nur ermuntern diese Möglichkeit zu nutzen. Wesentlich bei der GDO ist aus meiner Sicht, dass ein großes Verständnis der Problematik Zahnarztphobie vorhanden ist, die Arbeit aller Mitarbeiter von diesem Verständnis und einer hohen Akzeptanz geprägt ist und man mit absoluter Sicherheit nicht beschämt, bloßgestellt oder kritisiert wird.
 
Konstante Ansprechpartner per Mail oder am Telefon mit unendlicher Geduld sind ebenso wesentlich, da in Zeiten großer Not und Angst, in der sich alle Phobiepatienten befinden, das Bedürfnis nach menschlicher Zuwendung und Verständnis enorm groß ist. In diesem Sinne gilt mein persönlicher Dank insbesondere Frau Herold, die verlässlich da war, immer schnell reagiert und geantwortet hat und mit der ich jede Frage, jeden Gedanken, jede Sorge diskutieren konnte.
 
Bedauerlich finde ich, dass dieses Problem in der Zahnmedizin noch immer so wenig präsent ist und viele Zahnärzte damit noch keinen angemessenen für die Betroffenen hilfreichen Umgang finden können.
Mir hat die GDO jedenfalls sehr geholfen, ein anderer Weg war für mich nicht vorstellbar. Für mich ist auch von größtem Vorteil, dass mit drei bzw. vier Terminen alles erledigt ist. Ich sehe inzwischen wieder optimistisch nach vorn und fühle mich schon jetzt deutlich sicherer im Umgang mit anderen Menschen.


Mit freundlichen Grüssen

S., G.


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