"Mir hat die GDO jedenfalls sehr geholfen
..."
Frau S., G. aus dem Bundesland Brandenburg
schrieb am 06. Mai 2008:
Liebes Gentle Dental Office Team,
ich habe jetzt im Alter von 45 Jahren über die GDO einen Weg aus meiner
Zahnartzphobie gefunden, nachdem ich das Problem fast mein ganzes
bisheriges Leben mit mir herumgeschleppt habe.
Ich war schon als Kind ziemlich ängstlich. Bereits das Ziehen eines
Milchzahns im Kindergartenalter beim Zahnarzt war mit riesiger Angst und
wahnsinnigem Geschrei verbunden. Ich glaube keiner hat damals meine
Panik wirklich verstanden. In der Familie wurde diese Episode mit
Belustigung weitererzählt.
Bereits im frühen Schulalter hatte ich schlechte Zähne im Frontbereich,
wahrscheinlich auch weil diese schief standen. Jedes Jahr gab es in der
Schule eine zahnärztliche Reihenuntersuchung durch den
Gesundheitsdienst. Der blanke Horror für mich. Allein der Wagen, in dem
die Zahnärztin auf dem Schulhof arbeitete, hat mich in Angst und
Schrecken versetzt. Ich habe schon lange bevor ich dran war wie
Espenlaub gebibbert.
Im frühen Jugendalter folgten dann sehr unangenehme und schmerzhafte
Behandlungen an den vorderen Schneidezähnen. Nur mit viel Anstrengung
habe ich es geschafft die Termine wahrzunehmen. Eigentlich bin ich nur
gegangen, weil mir meine Mutter im Nacken saß. Irgendwann bin ich dann
nicht mehr hingegangen.
Das mit einigen Jahren Abstand einzige und zugleich für 21 Jahre letzte
Mal war ich während meiner ersten Schwangerschaft beim Zahnarzt und das
auch nur, weil ich im Schwangerenausweis einen Stempel brauchte um eine
finanzielle Zuwendung zu bekommen. Auf diese konnte ich als Studentin
mit wenig Geld nicht verzichten. Den Rat mich unbedingt weiter behandeln
zu lassen, weil einige Zähne schon sehr angegriffen waren, habe ich
ignoriert. Von da an habe mein Problem massiv verdrängt und Zahnärzte
konsequent gemieden.
Die Situation wurde natürlich kontinuierlich schlimmer, mehr und mehr
Zähne gingen kaputt. Parallel dazu wurden die Scham und der psychische
Druck immer größer, eine Vorstellung beim Zahnarzt hingegen wurde immer
unvorstellbarer aus Scham und Angst vor Unverständnis und Vorwürfen. Oft
fiel mich nachts Panik an, auf die Frage wie ich aus dem Problem
rauskomme fand ich keine Antwort.
Meine Kinder habe ich regelmäßig zum Zahnarzt begleitet und habe so
getan als sei ich woanders in Behandlung. Ich fühlte mich dabei
gegenüber der Zahnärztin immer sehr unsicher, aber ich wollte, dass es
ihnen nicht genauso ergeht wie mir.
Während ich beruflich erfolgreich war und bin, alles andere in den Griff
bekam und bekomme, wurde meine diesbezügliche Unsicherheit immer größer.
Alle um mich herum hatten/haben ordentliche Zähne. Ich dachte nur ich
hätte diese panische Angst vor dem Zahnarzt und so ein schlechtes und
kaputtes Gebiss. Ich habe mit Niemandem darüber gesprochen und bei jedem
Gespräch zu diesem Thema in meinem Umfeld schnell das Thema gewechselt.
Den Mund habe ich schon ganz lange nicht mehr richtig aufgemacht. Jeder
Besuch beim Betriebsarzt oder Hausarzt wurde zur Zitterpartei, weil ja
jemand in den Hals schauen könnte. Sogar eine eigentlich notwendige
Gallenblasenoperation habe ich vor mir hergeschoben, da ja bei der
Narkose mein Geheimnis offenbar werden würde.
Trotz allem bin ich erst aktiv geworden als mir ein seitlicher
Schneidezahn (den ich vor 21 Jahren dringend behandeln lassen sollte)
abgebrochen ist und ich den Zustand gar nicht mehr ausgehalten habe.
Über Google fand ich die Internetseite der GDO. Eine anonymisierte
E-Mail war der erste Schritt. Als umgehend ein Terminangebot für den
ersten Termin kam, war ich regelrecht erschrocken.
Dennoch war ich zu diesem Zeitpunkt bereits fest entschlossen diesen Weg
auf jeden Fall zu nutzen. Obwohl ich mich eigentlich mit psychischen
Störungen auskenne, wurde mir erst im Zusammenhang mit dem Phobietest
klar, dass ich diese spezifische Phobie habe. Bis dahin war ich immer
nur im Konflikt mit mir selbst gewesen und habe mich einfach für
besonders feige gehalten, mir selbst diese negative Bewertung gegeben.
In der Zeit bis zum ersten Termin am 2.4.2008 kreisten meine Gedanken
fast ununterbrochen nur um dieses eine Thema. Ich war furchtbar
aufgeregt, aber es gab keinen Zweifel hinzugehen. Zum Glück gab es
keinen einzigen kritischen Blick, kein einziges negatives bewertendes
Wort. Geschämt habe ich mich auch so immer noch. Dr. Leu war wohltuend
ruhig, sachlich und voll Verständnis für meine Situation.
Der Termin war sehr schnell vorbei und ich konnte gar nicht so schnell
begreifen dass ich „es“ wirklich getan hatte. Mit Ungeduld habe ich den
Kostenvoranschlag und den zweiten Termin erwartet. Es konnte mir gar
nicht schnell genug gehen. Die Klärung mit der Bank hatte ich schon
vorab gemacht, so dass die Finanzierung dann ganz schnell stand. Viel
Geld freilich, aber mir war klar, dass ich natürlich Verantwortung für
die Situation und die notwendige Behandlung mit übernehmen muss.
Die Zeit bis zum zweiten Termin war sehr anstrengend. Ich konnte kaum
noch an etwas anderes denken, mich kaum noch auf meine Arbeit
konzentrieren, war sehr aufgeregt. Die Operation fand 16 Tage später, am
18.4., in Berlin statt. Ich habe vor Angst mit den Zähnen geklappert,
war aber gleichzeitig entschlossen „jetzt oder nie“. Zum Glück waren
alle sehr lieb und es ging schnell los. Narkosegespräch und dann Start.
Keine Zeit Angst vor der ersten Vollnarkose und dem Kontrollverlust zu
haben. Mit dem Blick auf mein Röntgenbild und dem Gedanken „Oh Gott,
worauf lasse ich mich hier eigentlich ein!“ war ich ganz schnell weg und
habe nichts mehr mitbekommen.
Nach fünf Stunden Narkose war ich noch einige Zeit recht wacklig und
benommen. Leider hatte ich sehr geschwollene Lippen und eingerissene
Mundwinkel, was wohl selten vorkommt. Schmerzen und Schwellungen hielten
sich im Rahmen, im Vergleich zu der durchgeführten Behandlung waren sie
sehr gering. Nach dem zweiten Termin hatte ich ein Stimmungstief. Mit
dem Provisorium kam ich nicht gut klar, das Sprechen war sehr schwierig.
Essen ging nur in Breiform, Appetit hatte ich auch kaum.
Seelisch musste ich das Ausmaß der Veränderungen erstmal verarbeiten, so
viele Zähne und Wurzelreste mussten entfernt werden. Ich war deprimiert,
dass es durch meine Phobie soweit gekommen war, dass ich umfangreichen
Zahnersatz brauchte. Täglich e-Mails mit Frau Herold waren mir in dieser
Zeit eine wichtige Hilfe. Ungeduldig fieberte ich dem dritten Termin am
30.4. entgegen, da mir versichert worden war die Brücken würden viel
besser sein als das Provisorium. Ich war wieder sehr aufgeregt, da es ja
nun ohne Narkose weitergehen sollte.
Dass erneut ein anderer Arzt der Behandler war, fand ich anfangs nicht
so gut. Dr. Steude und seine Assistentin Ramona Förderer waren so
fürsorglich und bemüht, dass das aber letztlich keine Rolle spielte. Das
Ziehen der Fäden war erträglich. Alles war gut verheilt. Als allerdings
eine provisorische Krone eines Backenzahns partout nicht abgehen wollte,
habe ich angefangen zu schwitzen. Es wurde richtig handwerklich, dann
war sie endlich ab.
Die Brücken sehen wirklich viel besser aus. Die untere wurde allerdings
erst provisorisch zementiert, da der Biss nicht sicher hinhaut, nachdem
ich jahrelang eine „falsche“ Kieferstellung hatte. Deshalb muss ich
einen weiteren Termin am 8.5. wahrnehmen. Obwohl ich sicher wieder
aufgeregt sein werde, gibt es für mich keinen Zweifel alles zu einem
guten Ende zu bringen. Jetzt übe ich sprechen und essen mit den
Brücken,. Es ist alles noch ungewohnt, aber von Anfang an viel besser
als mit dem Provisorium.
Und es wird jeden Tag ein bisschen besser. Was innerhalb weniger Wochen
passiert ist, ist wirklich enorm im Vergleich zu den vielen schwierigen
Jahren davor.
Allen, die wie ich diese Berichte lesen, weil sie auf der Suche nach
einer Lösung ihres Problems sind, kann ich nur ermuntern diese
Möglichkeit zu nutzen. Wesentlich bei der GDO ist aus meiner Sicht, dass
ein großes Verständnis der Problematik Zahnarztphobie vorhanden ist, die
Arbeit aller Mitarbeiter von diesem Verständnis und einer hohen
Akzeptanz geprägt ist und man mit absoluter Sicherheit nicht beschämt,
bloßgestellt oder kritisiert wird.
Konstante Ansprechpartner per Mail oder am Telefon mit unendlicher
Geduld sind ebenso wesentlich, da in Zeiten großer Not und Angst, in der
sich alle Phobiepatienten befinden, das Bedürfnis nach menschlicher
Zuwendung und Verständnis enorm groß ist. In diesem Sinne gilt mein
persönlicher Dank insbesondere Frau Herold, die verlässlich da war,
immer schnell reagiert und geantwortet hat und mit der ich jede Frage,
jeden Gedanken, jede Sorge diskutieren konnte.
Bedauerlich finde ich, dass dieses Problem in der Zahnmedizin noch immer
so wenig präsent ist und viele Zahnärzte damit noch keinen angemessenen
für die Betroffenen hilfreichen Umgang finden können.
Mir hat die GDO jedenfalls sehr geholfen, ein anderer Weg war für mich
nicht vorstellbar. Für mich ist auch von größtem Vorteil, dass mit drei
bzw. vier Terminen alles erledigt ist. Ich sehe inzwischen wieder
optimistisch nach vorn und fühle mich schon jetzt deutlich sicherer im
Umgang mit anderen Menschen.
Mit freundlichen Grüssen
S., G.
zurück zur Übersicht

|